EU AI Act: Was Unternehmen jetzt wissen und tun müssen
- Asja Wirz
- 16. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Seit dem 2. August 2024 ist der EU AI Act – die weltweit erste umfassende Regulierung für Künstliche Intelligenz – offiziell in Kraft. Was zunächst wie fernes Regulierungsrecht klingt, wird für Unternehmen jeder Größe zunehmend zur handfesten Pflicht. Wer heute KI-Systeme einsetzt oder plant, einzusetzen, sollte die wichtigsten Inhalte dieses Gesetzes kennen – und handeln.
Was ist der EU AI Act?
Der EU AI Act (Verordnung (EU) 2024/1689) ist das erste verbindliche Regelwerk der Europäischen Union für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Er gilt für alle Unternehmen, die KI-Systeme in der EU anbieten, einsetzen oder betreiben – unabhängig davon, ob das Unternehmen selbst in der EU ansässig ist oder nicht. Das bedeutet: Auch KMU, die externe KI-Tools nutzen, sind betroffen.
Das Gesetz verfolgt einen risikobasierten Ansatz: Je höher das Risiko, das ein KI-System für Menschen oder die Gesellschaft darstellt, desto strenger die Anforderungen.
Die vier Risikoklassen im Überblick
Unannehmbares Risiko (verboten): Systeme zur sozialen Bewertung von Personen durch staatliche Stellen, biometrische Echtzeitüberwachung im öffentlichen Raum oder KI zur Manipulation unbewusster Entscheidungen. Diese Anwendungen sind seit dem 2. Februar 2025 vollständig verboten.
Hohes Risiko: KI in Bereichen wie Personalwesen (z. B. automatisierte Bewerberauswahl), Kreditwürdigkeitsprüfung, kritische Infrastruktur oder medizinische Diagnose. Hier gelten strenge Dokumentations-, Test- und Aufsichtspflichten.
Begrenztes Risiko: Vor allem Transparenzpflichten. Nutzer müssen informiert werden, wenn sie mit einem KI-System (z. B. Chatbot) interagieren oder KI-generierte Inhalte sehen. Gilt für viele gängige Unternehmensanwendungen.
Minimales Risiko: Keine besonderen AI-Act-Pflichten. Dazu zählen etwa einfache Spamfilter oder KI-gestützte Bildbearbeitung. Der größte Teil aller KI-Anwendungen in KMU fällt in diese Kategorie.
Die wichtigsten Fristen für Unternehmen
Der EU AI Act greift nicht auf einen Schlag – die Pflichten werden schrittweise eingeführt:
2. Februar 2025: Verbote für KI mit unannehmbarem Risiko sind in Kraft. Zudem gilt die Pflicht zur Sicherstellung der KI-Kompetenz der Mitarbeitenden.
2. August 2026: Transparenzpflichten für viele KI-Anwendungen, Regeln für Allzweck-KI-Modelle (General Purpose AI / GPAI) und weitere allgemeine Anforderungen werden verbindlich.
2. August 2027: Übergangsfristen für bestimmte Hochrisiko-KI-Systeme und spezifische GPAI-Anbieter laufen aus.
Was Unternehmen jetzt konkret tun sollten
Die gute Nachricht: Für die meisten KMU in Deutschland, die KI als Anwender nutzen (und keine eigenen Hochrisiko-KI-Systeme entwickeln), sind die unmittelbaren Pflichten überschaubar. Dennoch gibt es klar definierte Maßnahmen, die jetzt angegangen werden sollten:
KI-Inventar erstellen: Welche KI-Systeme setzt Ihr Unternehmen ein? Erstellen Sie eine vollständige Liste aller Tools, Plattformen und automatisierten Prozesse, die KI nutzen.
Risikoklasse bestimmen: Ordnen Sie jedes KI-System einer Risikoklasse zu. Beachten Sie insbesondere Anwendungen im Personalbereich, in der Kreditvergabe oder im Kundenkontakt.
KI-Kompetenz der Mitarbeitenden sicherstellen: Schulen Sie Ihre Mitarbeitenden im sachgerechten Umgang mit KI-Systemen. Dies ist seit Februar 2025 gesetzlich vorgeschrieben.
Transparenzpflichten umsetzen: Wenn Sie Chatbots oder KI-generierte Inhalte einsetzen, informieren Sie Nutzer und Kunden darüber. Dies wird ab August 2026 zur strikten Pflicht.
Verantwortlichkeiten klären: Bestimmen Sie, wer in Ihrem Unternehmen für die KI-Governance verantwortlich ist. Das kann der Datenschutzbeauftragte, ein KI-Verantwortlicher oder die Geschäftsführung sein.
KI-Nutzung in Deutschland wächst rasant – Regulierung als Chance
Laut aktuellen Zahlen des ifo-Instituts setzen bereits 40,9 % der deutschen Unternehmen KI aktiv in ihren Geschäftsprozessen ein – gegenüber 27 % im Vorjahr. Weitere 18,9 % planen den Einstieg in naher Zukunft. Dieser Schub macht den EU AI Act nicht zum Hindernis, sondern zu einer strategischen Weichenstellung:
Unternehmen, die KI-Compliance frühzeitig als Teil ihrer Strategie verstehen, verschaffen sich einen Wettbewerbsvorteil – durch gestärktes Kundenvertrauen, rechtliche Sicherheit und eine klare Positionierung in einem regulierten Markt.
Fazit: Jetzt handeln, nicht abwarten
Der EU AI Act ist kein abstraktes Zukunftsprojekt mehr – er ist Realität. Die ersten Fristen sind bereits verstrichen, weitere folgen bis 2026 und 2027. Für Unternehmen, die KI verantwortungsvoll und produktiv einsetzen wollen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die eigene KI-Strategie auf den rechtlichen Prüfstand zu stellen.
Wirz Solutions unterstützt Sie dabei: von der Bestandsaufnahme Ihrer KI-Systeme über die Risikoklassifizierung bis hin zur praktischen Umsetzung von Compliance-Maßnahmen – damit Ihr Unternehmen sicher, rechtlich abgesichert und zukunftsfähig in die KI-Ära startet.
Dieser Inhalt wurde von einer KI generiert.




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